Joko Winterscheid im Interview

Wie viele von euch wissen, ist Moderator Joko Winterscheidt ein großer Fan unserer Borussia. Wir haben mit Joko ein kleines Interview über seine Kindheit, seine Besuche im Borussia-Park, die aktuelle Situation und vieles mehr geführt. 

Du kommst bekanntlich aus der Gegend rund um Mönchengladbach, genauer gesagt aus Waldniel, da liegt es auch nahe Fan von den Fohlen zu werden, aber warum genau bist du Fan von der Borussia geworden und nicht von einer anderen Mannschaft?

„Es war einfach zu Hause so. Es ist schwierig sich so etwas dann auszusuchen. Mein erstes Spiel live im Stadion war das verrückte Pokalspiel gegen Leverkusen, wo Uwe Kamps die vier Elfmeter gehalten hat. Meine Schwester hat mich zu dem Spiel mitgenommen und nach dem Spiel habe ich weinend auf der Tribüne gesessen. Spätestens da war es um mich geschehen und es wäre dann eine Farce gewesen wenn ich mich für einen anderen Verein hier in der Region entschieden hätte.“

Bist du danach dann auch häufiger ins Stadion gegangen oder hattest du vielleicht sogar eine Dauerkarte?

„Eine Dauerkarte hatte ich leider nicht, aber als ich so vierzehn Jahre alt war, bin ich immer zu den Samstagsspielen. Für die Spiele am Freitagabend war ich noch zu Jung, weshalb ich da erst mit sechzehn Jahren hin durfte. Samstags bin ich dann immer mit ein paar Kumpels mit der Linie 13 von Waldniel nach Mönchengladbach gefahren. Wir sind dann immer erst zur zweiten Halbzeit da gewesen, weil die Ordner immer so nett waren und uns einfach reingelassen haben. Nach einer Zeit kannten die Ordner uns, weshalb es immer ohne Probleme funktioniert hat. Meistens standen wir dann in Block 15 oder 16.“

So etwas ist heutzutage wahrscheinlich unvorstellbar. Wobei der ein oder andere Ordner dich bestimmt heutzutage auch einfach in die Nordkurve lassen würde. Wenn wir schon von Stadionbesuchen sprechen: Wie häufig schaffst du es denn heutzutage die Borussia live im Stadion zu erleben?

„Einmal pro Saison versuche ich es immer in den Borussia-Park zu kommen. Wenn ich es zwei, dreimal schaffe ist es sehr sehr geil. Leider bin ich gar nicht so häufig in der Heimat und bei meiner Familie, aber wenn ich mal hier bin, gehe ich auch zur Borussia. Mittlerweile sagt meine Familie: „Kommst du zu uns oder kommst du zur Borussia?“ (lacht).“

Also kommst du auch nur in die Heimat wenn die Borussia ein Heimspiel hat?

„Tatsächlich. Ihr entlarvt mich natürlich jetzt, aber es ist wirklich so, dass ich Besuche in der Heimat mit einem Spiel der Borussia verbinde.“

Wir haben eben bereits kurz über deine Heimat gesprochen. Was vermisst du denn am meisten an Mönchengladbach, bzwWaldniel?

„Die rheinische Lebenskultur, also das freundliche, immer gut drauf sein und das ganze Miteinander. Berlin hat zwar auch seine positiven Seiten, aber ich bin immer sehr gerne in der Heimat, weil ich glaube niemand kann es abstreiten wo er herkommt. Ich habe tatsächlich auch noch so viele alte Freunde in der Gegend und für die hat sich auch nichts geändert. Für die bin ich nicht der Promi aus dem Fernsehen, sondern der Klassenkamerad, der sitzen geblieben ist und Abi erst ein Jahr später gemacht hat. Ich werde dort einfach nicht mit Samthandschuhen angefasst, sondern bekomme auch mal einen drauf, wenn es denn sein muss.“

Wunderbar. Lass uns doch ein wenig über die Borussia sprechen. Wie schätzt du denn die letzte Saison ein?

„Da kamen in der letzten Saison einfach ziemlich viele Dinge zusammen, wie zum Beispiel die Verletzungen. Ich finde es wahnsinnig schwer so etwas einzuschätzen, aber vielleicht bin ich da auch ein wenig zu alt für. Ich bin ja auch nicht der Fan, der zu jedem Spiel geht und sich dann auch vielleicht zurecht aufregt, wie es ab und zu läuft. Ich bin froh, wenn ich es schaffe die Borussia bei Sky zu sehen. Wenn gewonnen wird und man nicht so ein schlechtes Spiel erlebt, bin ich natürlich glücklich. Heutzutage wird es sich immer so leicht gemacht alles auf Verletzungen, den Trainer oder was auch immer zu schieben. Wir könnten, wenn wir ein wenig Pech hätten, am Ende auch so da stehen wie zum Beispiel die Kölner oder der HSV. In der Vergangenheit wurde einfach viel richtig gemacht, gute Transfers getätigt. Dieser Verein ist gesund, hat noch die richtigen Werte und einfach die besten Fans. Ich war Anfang des Jahres mit ein paar Leuten vom Sender im Stadion und die waren erstaunt, was für eine Stimmung im Borussia-Park, bzw. der Nordkurve herrscht. Es ist einfach Hammer zu sehen wie die Fans hinter der Mannschaft stehen, auch wenn es einmal nicht so läuft.

Von außen betrachtet kann häufig gesagt werden, dass es Scheiße war. Christoph Kramer hat sich in der vergangenen Saison auch mal schützend vor den Trainer gestellt und so etwas passiert ja nicht, wenn es zwischen dem Team und dem Trainer nicht passt. Zumindest denke ich das. Als Verein stehen wir echt gut da. Mit Lars Stindl oder auch Flaco bin ich in häufig in Kontakt. Die Jungs merken es schon selber wenn etwas nicht so gut war und für die gibt es nichts schlimmeres als ständig auf die ganzen Fehler hingewiesen zu werden. Wir als Fans muessen die Mannschaft aufbauen, nicht draufhauen.“

Was wird denn so zwischen dir und den Spielern geschrieben?

„Alles mögliche, manchmal schreibe ich einfach nur „Geile Bude“, wie zum Beispiel nach Stindls Tor in Bremen letzte Saison. Da bin ich aber wirklich so der kleine Junge, da bin ich einfach Fussball Fan, der es total absurd findet, dass man mit zwei drei Jungs in Kontakt ist. Als wir uns vor ein paar Jahren für die Champions League qualifiziert haben, war ich noch mit ein paar Jungs Abends in Düsseldorf einen trinken. Da waren noch Spieler wie André Hahn oder Max Kruse dabei und das war das absolute Highlight in meinem Leben. Da war ich nicht der bekannte aus dem Fernsehen, sondern der kleine Borussia Fan. Die nähe zum Verein und das Miteinander macht in dem Verein einfach so viel aus. Manche Spieler, wie zum Beispiel ein Patrick Herrmann, hätten nach einer starken Saison den Verein verlassen können, aber sie bleiben trotzdem da. Solche kleinen Dinge sprechen einfach für die Region, den Verein, für die Fans und einfach die komplette Kultur die den Verein umgibt. Das ist einfach etwas anderes als bei den ganzen „neuen“ Vereinen. Wir sind einfach ein gewachsener Verein und das finde ich mega.“

Mit wem von der aktuellen Mannschaft würdest du denn gerne mal einen Tag tauschen?

„Das ist schwer, vor allem wenn man ein paar von den Jungs kennt. Nachher kommt noch eine Nachricht, warum ich ihn denn nicht genommen habe (lacht). Mit Stindl oder Raffael würde ich mal gerne tauschen, weil als ich früher war ich immer Verteidiger und hatte vorne nichts verloren. Am ehesten würde ich dann sogar Raffael nehmen, weil ich gerne so Zaubern könnte wie er.“

Und dann machst du ein Tor und wirst von der Kurve gefeiert?

„Das wäre ja der größte Traum von jedem, der selber Fan ist. Stell dir vor du stehst da unten, machst eine Bude, rennst zur Nordkurve, breitest die Arme aus, jubelst und alle flippen total aus. Das wäre einfach unfassbar.“

Du bist aus dem Fernsehen für witzige Aktionen bekannt. Was glaubst du denn, wer der größte Spaßvogel in der Mannschaft ist und könntest du da mithalten?

„Ich habe immer bei Oscar Wendt das Gefühl, dass er ein kleiner Spitzbub ist. Er hat immer so ein verschmitztes Lächeln. Mit Oscar Wendt kann man bestimmt eine gute und lustige Zeit haben, aber auch Jannik Vestergaard beweist gerade während der WM auf Instagram sein Humorverständnis.“

Ein Großteil der Borussia Fans wird dich aus dem Fernsehen gemeinsam mit Klaas kennen. Bekanntlich bist du Borussia Fans und Klaas ein Anhänger der Wölfe. Warum konntest du ihn nicht von der Borussia überzeugen?

(lacht) „Wir haben Klaas Wolfsburg als Verein ausgesucht, weil Klaas kein Fussball Fan ist. Wir hatten in der Firma ein Tippspiel, keiner hatte Wolfsburg und Klaas wollte nicht mitmachen. Also haben wir ihm gesagt er soll Wolfsburg nehmen und jetzt mitmachen. Zwischendurch war er mal Schalke Fan, was ich ihm aber ausgeredet habe. Bei ihm ist es alles sehr leidenschaftslos und wenn wir uns mal über Fussballunterhalten, ist es einfach nur total lustig. Er hat so ein ganz gefährliches Halbwissen, wo jeder Fussballexperte denken könnte er hat einen mega Plan, aber eigentlich hat er alles, aber er hat keinen Plan. Außerdem ist er kein Borussia Fan, weil ich dann ja mit ihm ins Stadion müsste. Wir waren einmal zusammen beim Fussball, dahat er ja nicht einmal Franck Ribery erkannt.“

Vorhin hast du bereits gesagt, dass du früher häufig in Block 15 oder 16 warst. Mittlerweile bist du nicht mehr in der Nordkurve, weil es bestimmt auch ein bisschen blöd für dich ist, wenn dich jeder erkennt oder?

„Das weiß ich gar nicht. Ich hätte auf jeden Fall Bock. Ich habe mal ein geiles Bild von Neven Subotic gesehen, wo er in der Gelben Wand stand. Er hatte einen Schal, eine Sonnenbrille und eine Kappe auf. Ich kann gar nicht sagen was passiert, wenn ich in der Nordkurve stehe. Ich gehe halt immer in den Borussia-Park um auch Fussball zu sehen. Ich will keinem Unterstellen, dass ich belagert werde, aber das Fussballspiel könnte ich dann bestimmt eher weniger schauen, weil 1000 Leute mit mir über 1000 Themen reden wollen. Aber ob es so ist, kann ich überhaupt nicht beurteilen. Deswegen bin ich mit dem Sitzplatz bislang immer besser beraten gewesen.“

Was wäre denn das perfekte Kostüm für Joko um in der Nordkurve unentdeckt zu bleiben?

„Jünter. Ne keine Ahnung. Mich reizt es seit langem mich einfach mal in die Nordkurve zu stellen. Wenn ich mal mit ein paar Freunden da bin, mache ich es bestimmt mal.“

Was möchstest du denn zum Abschied noch an die Fans richten?

„Wir sehen uns in der Nordkurve.“

Vielen Dank für das Interview Joko, weiterhin viel Erfolg mit deinen Serien und deinem neuen Magazin JWD. 

„Gerne, gerne.“